'Bundesforum Männer' gegründet - Verband versteht sich als Lobby für Männer in Deutschland

Männer in Deutschland kämpfen für Gleichberechtigung – und gründen eine Lobbyorganisation. Das „Bundesforum Männer – Interessenverband für Jungen, Männer und Väter“ wurde am 04. November in Berlin aus der Taufe gehoben.

„Moderne Väter wollen mehr Zeit für ihre Kinder. Immer mehr Männer sind daran interessiert, Beruf und Familie besser zu vereinbaren. Zugleich kann beobachtet werden, dass Jungen mit unterschiedlichen sozialen und kulturellen Hintergründen zunehmend zu Bildungsverlierern unserer Gesellschaft werden. In Familie, Arbeitswelt und Schule muss daher viel mehr als bisher für die Förderung von Männern und Jungen getan werden“, sagt Martin Rosowski, Hauptgeschäftsführer der Männerarbeit der Evangelischen Kirche in Deutschland und frisch gewählter Vorsitzender des Männerverbandes. „Bisher haben einzelne Projekte mit Jungen und Männern wichtige Arbeit zum Teil leider im Verborgenen geleistet. Das Bundesforum Männer ist die neue starke und hörbare Stimme der Männer in Deutschland.“

Gründungsmitglieder des in Berlin aus der Taufe gehobenen „Bundesforums Männer“ sind über 20 Organisationen, die sich bundesweit für die Interessen von Männern, Vätern und Jungen engagieren. Mit von der Partie sind etwa verd.i, der Paritätisches Bildungswerk, das Deutsche Rote Kreuz oder die Männerarbeit der Evangelischen Kirche in Deutschland und die Gemeinschaft Katholischer Männer Deutschlands sowie Fachorganisationen wie das Väter-Expertennetz Deutschland oder die Bundesarbeitsgemeinschaft für Jungenarbeit. Die Gründungsversammlung wählte den ersten Vorstand des Bundesforums, in dem nun Männer aus allen vernetzten Arbeitsbereichen vertreten sind. So wurden Matthias Lindner, von verd.i und Franz-Josef Schwack, von der Gemeinschaft Katholischer Männer Deutschlands zu Stellvertretenden Vorsitzenden sowie Hans-Georg Nelles, Stefan Beier, Andreas Goosses, Wolf-Dieter Völkening als weitere Mitglieder des Vorstandes gewählt.

Das Bundesministerium für Familie, Senioren, Frauen und Jugend (BMFSFJ) hat den Aufbau des Bundesforums Männer in seiner Gründungsphase ein Jahr lang finanziell unterstützt und auch eine weitere Förderung der Bundesgeschäftsstelle zugesagt. Die Leiterin der Abteilung für Gleichstellungspolitik im BMFSFJ, Eva-Maria Welskop-Deffaa sagte in ihrem Grußwort, dass moderne Gleichstellungspolitik ein gleichberechtigtes Miteinander von Frauen und Männern nur dadurch unterstützen kann, indem Lebensläufen von Jungen und Männern die gleiche Aufmerksamkeit geschenkt wird wie Lebensläufen von Mädchen und Frauen. Frau Welskop-Deffaa wünschte sich, dass sich das "Bundesforum Männer" in den nächsten Jahren zu einem starken Partner entwickle. Gemeinsam könne man Gleichstellungspolitik gestalten, die auf eine gleichberechtigte Partnerschaft von Männern und Frauen ziele und so den gesellschaftlichen Zusammenhalt stärke.

Das Bundesforum Männer sieht sich als Gesprächspartner des Deutschen Frauenrates, der zentralen deutschen Frauenlobbyorganisation. In den Statuten des Bundesforums Männer heißt es: „Die Arbeit des Bundesforums geschieht in konstruktivem Dialog zwischen den Geschlechtern.“ Dieser Dialog ist ab sofort also auch auf höchster Verbandsebene möglich.

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