Unverbindliche Vereinbarungen zur Erhöhung des Frauenanteils in Wirtschaft folgenlos
Zur Unterrepräsentanz von Frauen in Spitzengremien der Wirtschaft: Ursachen und Handlungsansätze
DIW Diskussionspapier Nr. 1001
Elke Holst, Anita Wiemer
17 Seiten, Berlin, Mai 2010

  • Diskussionspapier "Zur Unterrepräsentanz von Frauen in Spitzengremien der Wirtschaft" [» PDF]


Im Beitrag wird davon ausgegangen, dass sich in den Spitzengremien der großen Unternehmen bestehende Chancenungleichheiten zwischen den Geschlechtern auf dem Arbeitsmarkt und in der Gesellschaft kristallisieren. In den Vorständen der größten Unternehmen der Privatwirtschaft in Deutschland besteht eine männliche Monokultur. In den Aufsichtsräten wird sie nur deshalb etwas gemildert, weil die Arbeitnehmervertretungen rund dreimal so häufig wie die Kapitalseite Frauen in das Gremium entsenden. Die in der Literatur diskutierten Ursachen für die Dominanz der Männer in den Top-Positionen finden sich hauptsächlich in strukturellen und ideologischen Barrieren. Mit verschiedenen Maßnahmen versuchen Politik und Organisationen den Frauenanteil in den Führungsgremien zu erhöhen. Unverbindliche Vereinbarungen zur Erhöhung des Frauenanteils im Unternehmen haben sich nicht bewährt. Daher werden immer stärker verbindliche Zielgrößen empfohlen, die in absehbarer Zeit vom Unternehmen umgesetzt werden. Eine Erhöhung der Frauenanteile in Führungspositionen der Privatwirtschaft braucht dabei die Unterstützung der obersten (männlichen) Führungsebene in Unternehmen. Aufgrund der nach wie vor geringen Repräsentanz von Frauen in Spitzengremien großer Unternehmen werden auch im Ausland immer öfter generelle Frauenquoten in Aufsichtsräten und – besonders in den Niederlanden - auch in Vorständen diskutiert und vorangetrieben.

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