Bundestag: SPD fordert geschlechtergerechte Verteilung von Erwerbs- und Familienarbeitszeit
In einem Antrag (17/6466) fordert die SPD von der Bundesregierung ein Maßnahmenpaket, um das Ziel einer gleichmäßig zwischen Männern und Frauen verteilten Erwerbs- und Familienarbeitszeit zu erreichen.

So soll die Regierung ein umfassendes Konzept für Arbeitszeitmodelle vorlegen, die die Vereinbarkeit von Familie und Beruf verbessern. Einfließen sollen in die Modelle Vorschläge der Sachverständigenkommission zum Ersten Gleichstellungsbericht der Bundesregierung. Zudem soll mit den Sozialpartnern ein Runder Tisch einberufen werden, der ein neues Konzept zur Wochenarbeitszeit erarbeitet.

Insgesamt sprechen sich die Sozialdemokraten für eine geschlechtergerechte Arbeitsmarktpolitik aus. Dazu gehöre ein flächendeckender gesetzlicher Mindestlohn, die Entgeltgleichheit für Männer und Frauen, und eine gendersensible Betreuung durch die Arbeitsagenturen und Jobcenter. Außerdem fordert die Fraktion einen erneuten Krippengipfel von Bund, Ländern und Gemeinden sowie einen Rechtsanspruch auf Ganztagsbetreuung. Zudem sei im Pflegezeitgesetz ein jährlicher zehntätiger bezahlter Freistellungsanspruch zur Organisation der Pflege von Angehörigen zu verankern. Die im Haushaltsbegleitgesetz 2011 beschlossenen Änderungen im Bundeselterngeld- und Elternzeitgesetz müssen nach Ansicht der SPD-Fraktion rückgängig gemacht und das Elterngeld partnerschaftlicher ausgestaltet werden. Vor allem soll der doppelte Anspruchsverbrauch bei gleichzeitiger Elternteilzeit aufgehoben werden.

Mehr zum Thema geschlechtergerechte Gesellschaft aus feministischer Perspektive auf den Seiten des Gunda-Werner-Instituts:

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