Der verlorene Kampf um die Wörter: Opferfeindliche Sprache bei sexualisierter Gewalt
Ein Plädoyer für eine angemessenere Sprachführung
Von Monika Gerstendörfer
Mit einem Vorwort von Michaela Huber
Junfermannsche Verlagsbuchhandlung GmbH & Co. KG
1. Auflage (7. März 2007)
200 Seiten
ISBN-10: 3-87387-660-4
ISBN-13: 978-3-87387-641-5
19.50 Euro

Über das Buch

„Kinderschänder gibt es nicht.” Was für eine provokant klingende und irritierende Aussage! Doch die wahren Provokateure sind wir. Denn wir alle benutzen solche Unwörter wie „Kinderschänder”, „Sextouristen”, „Triebtäter”, „Sexgangster” und damit eine im wahrsten Sinne des Wortes gewalttätige Sprache. Wörter, Begriffe und Namenstäfelchen, die Tat und Täter nicht beim Namen nennen und so die wirkliche Problematik nicht erfassen, sondern die Opfer (nochmals) verletzen, die Taten bagatellisieren und die Täter entlasten.

Sprache ist eine perfide Waffe, wenn sie sich gegen die Opfer richtet. Im Problembereich der sexualisierten Gewalt ist das leider die Regel. Die Folgen für Opfer, Täter und die ganze Gesellschaft können so nie ans Tageslicht kommen und einer Problemlösung zugeführt werden. Unsere Sprache spiegelt und schafft Wirklichkeit - eben auch Gewaltwirklichkeit. Und sie verschleiert und bagatellisiert, wenn wir von „Beziehungsdramen” oder „Familienstreitigkeiten” reden, wo es tatsächlich um brutale Morde ging.

Immer an der Wirklichkeit (der Opfer) vorbei ... Diese Wirklichkeit wird im Buch ins Zentrum gerückt. So wird deutlich, dass sich Vieles ändern muss. Eben auch unsere Sprachführung. Wir alle können so zum Kampf gegen Gewalt beitragen, denn Sprache ist - genau wie die Menschen, die sie benutzen - lebendig!

Über die Autorin

Monika Gerstendörfer, Jahrgang 1956, Dipl.-Psych., Menschenrechtlerin und freie Autorin, studierte Sprachwissenschaft, Psychologie und Psycholinguistik; arbeitete zunächst in der Wissenschaft und seit nunmehr 15 Jahren aktiv in Menschenrechtsorganisationen (Terre des Femmes e.V., Deutscher Akademikerinnenbund, Forum Menschenrechte, Lobby für Menschenrechte e.V.), im "Observatory against Violence on Women" der Europäischen Frauenlobby, im Europarat und als Sachverständige bei Anhörungen auf EU-, Bundes- und Landesebene. 2005 wurde sie mit den "1000 Women for Peace" für den Friedensnobelpreis nominiert.

Weitere Infos: [Homepage von Monika Gerstendörfer]

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