Die Verhältnisse zwischen den Geschlechtern sind überall auf der Welt in Bewegung geraten. Wirtschaftliche und kulturelle Umwälzungen bringen immer neue Lebens- und Arbeitsformen hervor. Wenn dies auch zum Vorteil von Frauen geschieht, dann ist dies meist das Ergebnis feministischer Netzwerke, kleiner wie großer Gender-Organisationen und einzelner mutiger Frauen. Sie wehren sich gegen ihre soziale und politische Exklusion, gegen die Verarmung ihrer Lebenswelt, gegen Unterdrückung und Gewalt. Auch sexuelle Minderheiten wehren sich gegen Unterdrückung und Diskriminierung und suchen verbündete überall auf der Welt. Es gibt auch immer mehr Männer, die sich für eine geschlechtersensible Politik engagieren. Doch die neue Geschlechterdynamik hat auch Gegenkräfte mobilisiert, die alte Rollenzuweisungen und Privilegien verteidigen, zum Teil unter Berufung auf Tradition und Religion.
Verglichen mit der Situation der Frauen vor 100 Jahren sind zwar große Fortschritte zu verzeichnen. Aber das Machtungleichgewicht zwischen den Geschlechtern besteht weitgehend zugunsten der Männer fort. Dabei braucht die Politik längst eine feste Geschlechterperspektive in allen Bereichen – egal, ob es um Wirtschaft, Sicherheit oder Umwelt geht. Politik kann erst dann erfolgreich sein, wenn sie alle Geschlechter einbezieht. Geschlechtergerechtigkeit ist ein ambitioniertes Ziel. Die Heinrich-Böll-Stiftung setzt sich mit vielen Verbündeten weltweit dafür ein. Diese Publikation gibt einen Überblick über dieses Engagement.
Inhalt
I. Macht gewinnen
II. Gesellschaft geschlechtergerecht gestalten
III. Wirtschaft geschlechtergerecht gestalten
IV. Frieden stiften und sichern