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Gesellschaftlicher Wohlstand statt BIP
Das Projekt des Nationalen Wohlfahrtsindex
Von Roland Zieschank

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Abstract

Die Diskussion um gesellschaftliche Wohlfahrt hat sich international und national neu intensiviert. Es gibt Indizien, dass die Kosten von Umweltveränderungen und zur Aufrechterhaltung des sozialen Zusammenhaltes letztlich nicht angemessen über ökonomische Kenngrößen wie das Bruttoinlandsprodukt (BIP) erkennbar werden.

Die Übernahme dieses traditionsreichen und zentralen Indikators zur wirtschaftlichen Entwicklung eines Landes auch in die Nachhaltigkeitsstrategie der Bundesrepublik Deutschland lässt die Schwächen des Sozialproduktkonzeptes in einem normativen und inhaltlich übergreifenderen Rahmen deutlicher werden. Diese werden in dem Beitrag kurz bilanziert.

Als Reaktion darauf werden die Grundzüge eines Nationalen Wohlfahrtsindexes für Deutschland (NWI) vorgestellt und berechnet. Die wissenschaftliche Bewertung und Interpretation bedarf noch methodischer Verbesserungen und vor allem einer erweiterten Datengrundlage.

Indessen zeigt sich bereits bei der vorliegenden Berechnung ein signifikanter Unterschied der Entwicklungen: Seit 2000 fällt der NWI tendenziell gegenüber dem Bruttonationaleinkommen (BNE), das terminologisch inzwischen das BIP abgelöst hat. Resultierend aus dieser Diskrepanz wäre eine tiefer reichende Diskussion sinnvoll, ob man in Deutschland dem Ziel einer ökonomisch bilanzierten nachhaltigen Entwicklung wirklich näher gekommen ist oder ob die wirtschaftlichen Ergebnisse aufgrund des BNE zumindest neu interpretiert werden sollten.

Abschließend werden einige Bezugslinien zwischen dem NWI-Konzept und dem Konzept einer Care-Ökonomie erörtert. 
Roland Zieschank
Roland Zieschank ist wissenschaftlicher Mitarbeiter an der Forschungsstelle Umweltpolitik am Otto-Suhr-Institut der Freien Universität Berlin. Seine Arbeitsschwerpunkte umfassen die Themenfelder Umweltberichterstattung und Entwicklung nationaler Umweltindikatoren sowie nationale Nachhaltigkeitsstrategien. Er war maßgeblich an der Entwicklung des Nationalen Wohlfahrtsindex NWI beteiligt, den er im 1. Fachgespräch zu Care Ökonomie des Gunda-Werner-Instituts vorstellte.

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